Günding 40: "Müller (36)"
1/16 Hof Grundherr (1760): Neubau, ohne Grundherrschaft mit 0 Tagwerk (1812)
Gericht (1760): Neugründung ab 1812, Gesamtgrund 0 Tagwerk (1812)
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Kunstmühlenbesitzer Josef Feldl gestorben
Amperbote vom 6.8.1913
Gestern verstarb nach schwerem Leiden der im 63. Lebensjahr stehende Kunstmühlenbesitzer
und Hausbesitzer, Herr Josef Feldl, hier. Der Verblichene war eine weit und breit bekannte
Persönlichkeit, die sich aus kleinen Verhältnissen heraus emporgearbeitet hat. Herr Feldl war
viele Jahre Gemeindebevollmächtigter und Magistratsrat und hat als solcher mit
unermüdlichem Eifer im Interesse des Gemeinwohles gewirkt. Mit tiefer, aufrichtiger Trauer
wird der Heimgang des wackeren Bürgers von der Einwohnerschaft beklagt. Die Beerdigung
findet am Mittwoch, 6. August, vormittags um halb 9 Uhr statt.
Beerdigung von Kunstmühlenbesitzer Josef Feldl
Amperbote vom 9.8.1913
Heute Morgen um dreiviertel 8 Uhr trug man dem ehrengeachtet Herr Josef Höß,
Schreinermeister und ehemaligen Pfarrmesner dahier zu Grabe. Viele Leidtragende
begleiteten ihn zu seinem letzten Weg, war doch der Verstorbene ein Mann ruhigen, ehrlichen
Charakters, geschätzt von hoch und nieder. Der katholische Männerverein, der katholische
Gesellenverein, der Veteranen- und Soldatenverein und die Freiwillige Feuerwehr Dachau
gaben ihm das letzte Ehrengeleit. Hochwürden Herr Kooperator Müller nahm die Aussegnung
der irdischen Hülle vor, zeichnete den Lebenslauf des Verstorbenen und widmete diesem
einen längeren ehrenden Nachruf. Die Dachauer Musikkapelle spielte am Grab Trauerchoräle.
Der Kirchenchor, dem der Verblichene lange angehört hatte, sang ihm beim Gottesdienst ein
Requiem. –
Um 9:00 Uhr folgte die Beerdigung des Herrn Kunstmühl- und Hausbesitzers
Josef Feldl. Zahlreiche Kränze schmückten den Sarg, welchen mit den Angehörigen und
Verwandten des Verblichenen die Mitglieder des Magistrates und Gemeindekollegiums,
sowie Trauergäste in großer Zahl aus Dachau und der ganzen Umgebung folgten.
Hochwürden Herr Pfarrer Taubenberger hielt nach Vornahme der kirchlichen Zeremonien
eine Grabrede, in welcher er den Verstorbenen als wackeren, biederen Mann, als tüchtigen
Geschäftsmann und als edlen für die Interessen der Gemeinde stets tätigen Bürger schilderte.
Möge die allgemeine große Teilnahme, welches sich aus Anlass des erschütternden
Trauerfalles in Dachau kundgab, den Angehörigen ein Trost in ihrem schweren Leidens sein.